Englisches Zweierlei mit Freakman-Nachtisch

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Manchmal hasse ich mein gutes Gedächtnis. Denn das bringt mich dazu, mich an Scheiß wie diesen zu erinnern.

Fiese CIA-Mitarbeiterin

Da schreibt der Freakman Mitte Juni zu den iranischen Demonstranten, die wegen des Wahlergebnisses und dem verkündeten Sieg Ahmadinejads auf die Straße gingen, etwas sei faul, da

diese englischsprachige Plakate mit sich führen:

„Wieso halten die Demonstranten in Teheran dauernd Schilder mit Sprüche auf Englisch in die Kameras? Da stimmt doch was nicht. Das wäre genau so wie wenn wir hier bei einem Protest unsere Slogans auf den Plakaten in Farsi schreiben würden? Das versteht doch kein Mensch. Ausser die Botschaften sind gar nicht für die Iraner gedacht, sondern dienen nur als Propaganda für die westlichen Medien, damit sie uns ein falsches Bild des Widerstandes zeigen können. Also sind die Demonstrationen vom Westen gesteuert und repräsentieren gar nicht die Meinung der Mehrheit im Iran.“

Eine Erklärung wäre, dass der Durschnittsiraner gebildeter ist, als Freakmans Klientel, welches zu gefühlten 99% aus ignoranten Armleuchtern besteht. Und dass diese der englischen Sprache durchaus mächtig sind und wissen, dass Hilfe (in welcher Form auch immer) nicht unbedingt aus dem Inneren des Iran, sondern von außen kommt und die Welt gespannt auf den Iran blickt. Und die Teile der Welt, die sich um die Geschehnisse scheren, kommunizieren nunmal auf Englisch.

Anders sieht es heute mit dem Verständnis englischer Aufschriften im nicht-englischsprachen Ausland aus. Namentlich Libyen. Kuschelte Freakman vor kurzem noch mit dem iranischen Botschafter (bei der Sache man sich durchaus fragen darf, wie es dazu kam), und konnte er damals die englischen Plakate gut gegen die Demonstranten selbst wenden (um sein kuschliges und liebgewonnenes iranisches Regime gegen die schlimmen subversiven Elemente mit ihren noch viel schrecklicheren Forderung zu verteidigen), akzeptiert er heute die unten gezeigte Aufnahme ganz ohne Spinnereien- geht es doch gegen das Imperium des Bösen, welches Englisch spricht:

„Die libyschen prodemokratischen Kräfte haben einen Banner in Bengasi aufgehängt auf dem steht: “Keine fremde Intervention, die libysche Bevölkerung schafft es alleine”. Sie sind entschlossen, Gaddafi ohne fremder „Hilfe“ zu entmachten, da die Gefahr besteht, die USA und NATO wollen mit einer „Invasion“ des Landes mitmischen.“ Das Foto, um das es sich handelt, ist dieses:

Ich weiß nicht, ob das schon seit Jahrzehnten für diese Zeit in einem libyschen Schrank lag, aber das ist doch ein etwas anderes Kaliber, als ein durch den Heimdrucker gejagtes Plakat (wie beispielsweise dieses im Iran gesehene). Kuriose Sache. Aber gut. Eigentlich müsste Freakman doch Gaddafi glauben. Der wird schließlich vom Volk geliebt, die Nachrichten berichten dies, usw.

Damit wäre das englische Zweierlei geklärt, Freakman hat schön investigativ und ohne seine Quelle zu nennen von AFP abgeschrieben (ihm gingen wohl seine „Volksreporter“ in Libyen aus, während er seinen schlechten Stil über Guttenberg abließ) und ich komme somit zum köstlich-irren Nachtisch:

„Die Geschichte zeigt, wenn man die Amerikaner einmal reinlässt, dann wird man sie nie mehr los. Japan, Südkorea, Deutschland und viele andere Länder können ein Lied davon singen, sind alle schon seit über 60 Jahre besetzt und nur noch Kolonien von Washington.“

Hätten Sie’s gewusst? Ohne Freakman wohl nie. Ich bin heute noch genau so geschockt wie ich es damals war.

3 Antworten to “Englisches Zweierlei mit Freakman-Nachtisch”

  1. Tengoinfo Says:

    Oh, Freakman bemüht seinen Humor um eine „Satire“ über Guttenberg zu schreiben. Jetzt könnte man ja meinen das wer im Glashaus sitzt nicht mit Steinen werfen sollte, aber für jemanden der eifrig ein Land verteidigt in dem Steinigungen zum Justizsystem gehören gilt diese Regel sicher nicht. Man muss ihm da auch zugute halten das er die Artikel, welche er abschreibt und deren geistigen Urheber er jedes Mal verschweigt, wenigstens immer ordentlich eindooft, damit ist es dann rechtlich auch kein Plagiat mehr. 🙄

    • Kelpshake Says:

      Hehe Tengo, bislang reicht sein Humor zwar nicht an den deinen heran, aber nachdem was du sagst, dürftet ihr ihm zumindest nicht mehr Abschreiben vorwerfen.😉

  2. Rolf Says:

    Jaha, immer diese unsouveränen Besatzungszonen von USrael gelle? Typischer rechter Rand Dumpfbacken-Duktus – passend zu Rettungsring-Freakman (und ja das war ein ad hominem!). Und in 10 Jahren heißt es immer noch: NWO, NWO, NWO – aaaahhh, Angst, Paranoia … und alle Infokinder so: „YEAAAHHH“ !

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