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27. Januar 2009

Es war einmal ein „Putsch“

27. Januar 2009

Ich habe nicht mit der Machtergreifung AH verglichen, sondern gesagt, es erinnert daran. Da ist ein Unterschied. […] Durch Ausschalten des Parlaments kam AH an die Macht. Das erinnert an was jetzt in Kanada passiert ist, in dem Harper ebenfalls das Parlament ausschaltet, um an der Macht zu bleiben.

– Freeman

26. Januar, da war doch was. Ach genau, heute endet der „Putsch“ des kanadischen Premiers Harper und das 40. Parlament geht in die 2. Sitzung. Vielleicht fragen sich einige, was ist eigentlich ein Putsch, ein coup d’etat, ein Staatsstreich? wissen.de bietet hierzu den folgenden Eintrag an:

Staatsstreich

französisch coup d’état

der von dem Inhaber der Staatsgewalt oder von Trägern staatlicher Funktionen, insbesondere höheren Offizieren, unternommene gewaltsame Umsturz mit dem Ziel der Errichtung eines eigenen, meist autoritären oder diktatorischen Systems. […]

Der böse Harper, der in Freakmans Welt (und nicht nur dort, siehe hier) ein „extremer Rechter und konservativer Ideologe“ ist, wenn nicht sogar eine der „Marionetten, die für die Geheimregierung in Washington arbeiten“, bat die frei nach Freakman vermutlich noch bösere Generalgouverneurin Anfang Dezember letzten Jahres darum, das Parlament bis zum 26. Januar diesen Jahres auszusetzen (und hat es nicht „ausgeschaltet wie AH“). Dies, um einer durch ein Misstrauensvotum initiierten Neuwahl zuvorzukommen. Kann man auch verstehen, denn das Misstrauensvotum kam nicht einmal zwei Monate nach der letzten Wahl. Harpers Regierung war bei der Wahl im Oktober 2008 die stärkste Partei und erhielt die meisten Sitze im Partament, aber nicht die Mehrheit und regiert als Minderheitsregierung, was für Kanada alles andere als unüblich ist. Und wie der Zufall – oder die Realität – so will, hat dieser „Kriegshetzer“, der „sich als Alliierter Israels outete“ und für „diese Unterstützung“ von „jüdischen Organisationen mit dem „International Leadership Award“ ausgezeichnet“ wurde (Hallo Antisemitsmus!) und wie zuvor gesagt in Freakmans Welt nur eine Marionette „für die Geheimregierung in Washington“ ist, es jetzt nicht einmal geschafft „ebenfalls“ (wie „AH“ halt) das Parlament auszuschalten, trotz dieses „Coup d’Etat“, der „sogar von der Generalgouverneurin Michaelle Jean genehmigt“ wurde. Und zu guter Letzt noch dieses Schmankerl: Wenn es nach Freakmans „Rechtsverständniss“ ginge, müsste die Harper-Regierung samt Generalgouverneurin „eigentlich wegen Amtsanmassung verhaftet werden“. Es war einmal ein Putsch.